NEUE STUDIENERGEBNISSE DER BERNER FACHHOCHSCHULE

Neue Impulse für die Unterstützung von Jugendlichen beim Berufseinstieg

Die Zahl der IV-Neuanmeldungen bei jungen Menschen nimmt zu – insbesondere aufgrund psychischer Belastungen. Doch eine aktuelle Studie der Berner Fachhochschule zeigt: Entscheidend ist nicht die Diagnose, sondern die Art der Begleitung. Die Studienerkenntnisse bestätigen den Ansatz von ONVA: Gemeinsam mit Jugendlichen, Arbeitgebern und weiteren Fachpersonen schaffen wir Perspektiven für einen nachhaltigen Berufseinstieg – im ersten Arbeitsmarkt. Entdecke unsere Angebote für Jugendliche.

Psychische Belastungen junger Menschen stehen im Vordergrund - aber entscheidend ist nicht die Diagnose

Die Zahl der IV-Neuanmeldungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen steigt seit einigen Jahren wieder an. Besonders psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen sowie neurodivergenten Voraussetzungen wie ADHS oder Autismus prägen diese Entwicklung. Während bei ADHS und Autismus vor allem eine verbesserte Diagnostik und höhere Sensibilisierung zu mehr Diagnosen führen, zeigt die Forschung bei Depressionen und Angststörungen auch eine tatsächliche Zunahme der psychischen Belastung junger Menschen.

Doch der Forschungsbericht der Berner Fachhochschule macht vor allem eines deutlich: Entscheidend ist nicht die Diagnose – entscheidend ist, wie junge Menschen beim Übergang in Ausbildung und Beruf begleitet werden.

Der kritische Moment ist der Übergang in den ersten Arbeitsmarkt

Der schwierigste Abschnitt ist häufig nicht die Schulzeit selbst, sondern der Übergang in die Berufswelt. Mit dem Ende der obligatorischen Schule oder der Lehre steigen die Erwartungen an Selbstständigkeit und Leistungsfähigkeit. Gleichzeitig fallen vertraute Unterstützungssysteme weg. Gerade junge Menschen mit psychischen Belastungen oder neurodivergenten Voraussetzungen verlieren in dieser Phase oft wichtige Bezugspersonen und Orientierung. Die Folge: Ausbildungsabbrüche, verzögerte Berufseinstiege oder langfristige Ausgrenzung aus dem Arbeitsmarkt.

Das Angebot ist da – der Zugang und die Nachhaltigkeit ist die eigentliche Herausforderung

Ein überraschendes Ergebnis der Studie: Es fehlt weniger an Angeboten als an ihrer Zugänglichkeit. Jugendliche, Eltern und selbst Fachpersonen erleben das Unterstützungssystem häufig als unübersichtlich. Zudem empfiehlt die Studie eine längerfristige Begleitung; auch über den Lehrabschluss hinaus. Die Begleitung sollte nicht automatisch mit dem erfolgreichen Lehrabschluss enden. Gerade der Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt stellt für viele junge Menschen eine neue Belastung dar. Deshalb empfehlen die Autorinnen und Autoren ausdrücklich eine längerfristige Begleitung auch nach Abschluss der Ausbildung, um kritische Übergänge zu stabilisieren.

Individuelle Lösungen auf dem ersten Arbeitsmarkt

Die Studie der Berner Fachhochschule in Zusammenarbeit mit der IV-Stelle Bern zeigt zudem deutlich auf, Unterstützung soll in den Lebenswelten und Sozialräumen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen stattfinden; also in der Schule, Berufsschule und Ausbildungsbetrieben. Im Vordergrund steht die nachhaltige Unterstützung in der Regelschule und im ersten Arbeitsmarkt.

Was heisst das für ONVA?

Viele Empfehlungen des Forschungsberichts entsprechen genau dem Ansatz, den ONVA in der beruflichen Integration verfolgt.

Erfolgreiche Eingliederung entsteht durch frühzeitige Begleitung, eine enge Zusammenarbeit mit allen involvierten Akteuren sowie durch individuelle Unterstützung direkt im ersten Arbeitsmarkt. Denn nachhaltige berufliche Teilhabe entsteht dort, wo junge Menschen nicht allein gelassen werden, sondern gemeinsam mit den Beteiligten tragfähige Lösungen und Perspektiven entwickeln.

Die Studie zeigt damit deutlich: Die Zukunft der beruflichen Integration liegt weniger in zusätzlichen Angeboten als in einer besseren Vernetzung, einer kontinuierlichen Begleitung und einer konsequenten Ausrichtung am ersten Arbeitsmarkt. Genau dort können junge Menschen langfristig ihre Stärken entfalten und ihren Platz in der Arbeitswelt finden.

Quelle zum vollständigen Forschungsbericht: BFH, Analyse junger Menschen in der IV – Impulse für die Weiterentwicklung Schlussbericht zu Handen der IV-Stelle Kanton Bern